Einige Tatsachen scheinen nicht zu klären zu sein. In verschiedenen Kulturen bedeuten Worte oft nicht dasselbe. Die Grenze zwischen Fabel und Wahrheit ist bei mir und bei dem Züchter meiner Kuhaylah ad-Dunays anders gezogen, wir beide sind uns der Aussagen des anderen sicher. Nach den Erfahrungen, die ich durch siebzehnjähriges Zusammenleben mit der Araberstute Dahabí gewinnen konnte, verstehe ich aufs Wort die Bekundungen meines arabischen Blutsbruders.

Über viele Jahrhunderte hinweg ist das Nomadenleben in den Wüsten Arabiens bis ins 20. Jahrhundert hinein fast unverändert geblieben. Den Beduinen, den Vätern des Asil Arabers, ist dieses Kapitel gewidmet.

Sitten, Bräuche und Traditionen wurden in zahlreichen authentischen Reiseberichten geschildert. Eine überzeugende Zusammenfassung unter dem Titel "Das Wesen der Beduinen" haben wir in früheren Dokumentationen veröffentlicht. Besonders eindrucksvoll waren hier die Aussagen der Professoren M. von Oppenheim und W. Caskell (Die Beduinen, Band 1 - 4, Leipzig und Wiesbaden 1938-68, Reprint: Hildesheim 1984), deren Einführung zu ihrem vierbändigen Standardwerk wir abgedruckt hatten. Es ist ein Werk, das weltweit seinesgleichen sucht und noch der Übersetzung ins Arabische und Englische harrt.

H. v. Moltke (1835-39)

Der Kjerwan-Baschi erzählte mir heute Abend eine charakteristische Anekdote von einem Araber, welche ich schon in Orfa gehört hatte.

Die Berichte über das Wesen und die Leistungen des arabischen Pferdes grenzen oft ans Wunderbare. Sie begegnen uns in Anekdoten, in Legenden und in persönlichen Erlebnissen. Im Kern stimmen diese Aussagen überein: Das asil arabische Pferd ist eine Perle der Schöpfung, ist etwas Einzigartiges. Für diese herausragende Zuchtleistung der Beduinen müssen wir dankbar sein.

Wir alle warten ungeduldig auf den authentischen Asil Araber aus dem Ursprungsgebiet, der Arabia Deserta. Die Nachfahren der Schöpfer des wüstengezogenen Arabers sind aufgerufen, an eine große Tradition anzuknüpfen, typvolle und leistungsstarke asile Araber ohne Fremdbluteinflüsse im Ursprungsgebiet zu züchten und der Welt zur Aufbesserung ihrer Zuchten bereitzustellen.

Der Beduine fragt erst nach der Abstammung, bevor er sich ein Pferd ansieht, und sagt sie ihm nicht zu, verzichtet er auf die Besichtigung.

E. Schiele (1982)

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