Der authentische Asil Araber | Beduinentradition: Herausforderung und Verpflichtung  

Ein gefährdetes arabisches Kulturerbe!

"Man kann den Asil Araber als ein von den Beduinen geschaffenes Weltwunder bezeichnen."

Frederik Bakels

Die internationale Vollblutaraberzucht hat einen hohen Qualitätsstand erreicht. Berühmte Gestüte zeichnen dafür verantwortlich. Die WAHO (World Arabian Horse Organization) hat in verdienstvoller Weise durch den Zusammenschluß der nationalen Verbände für ein einheitliches System gesorgt und somit auch den Interessenaustausch und das Einander-Verstehen gefördert. Nur eines blieb ihr versagt: das konsequente Festhalten an der Asilzucht, das Einschwören der Mitglieder auf die Beduinentradition.

Es gilt, im Interesse der gesamten Araberzucht den Genpool des Asil Arabers zu erhalten, denn schließlich verdankt die gesamte internationale Araberzucht dem Asil Araber ihre Qualitäten (als eines der herausragenden Beispiele sei hier genannt: die Erfolge durch den in El Zahraa - Ägypten gezogenen Asil Araber Aswan (Nazeer - Yosreia) im Staatsgestüt Tersk). Darum sollten alle Verbände und alle Araberzücher die Bestrebungen unterstützen, den unschätzbaren Genpool des asilarabischen Pferdes zu bewahren und zu fördern. Dann wäre es nicht nötig, daß jetzt darauf hingewirkt werden muß, dem Asil Araber den Status eines Weltnaturerbes zu sichern, um ihn der Nachwelt zu erhalten.

Schließlich ist das asilarabische Pferd ein hohes Kulturgut. Im Interesse der gesamten Araberzuchten hat sich der Asil Club angenommen der hohen Aufgabe, denn:

Die Beduinentradition verlangte konsequente Asilzucht, das war eine Frage der Ehre und Überzeugung in Anbetracht der unglaublichen Charakterstärke und Leistungskraft der Asilen. Gelegentlich wird diese Tradition in Unkenntnis nicht beachtet. Es besteht die Gefahr, daß die authentischen Asilen der Nachwelt verlorengehen.

  • Tatsache ist: Weltweit gibt es ca. 500.000 von den nationalen Stutbüchern und der WAHO als Pure-bred anerkannte arabische Pferde.
  • Tatsache ist: Von diesen ca. 500.000 Pferden können höchstens 2 % als asil gelten, also getreu der Beduinentradition gezogen, alle anderen führen nachweislich mehr oder weniger nichtarabische Vorfahren, wie auch von der WAHO selbst bestätigt. (WAHO Publication, 21. Januar 1998, "Is Purity the Issue?")
  • Tatsache ist: Sogar in die Länder der Arabia Deserta sind in den letzten Jahren nichtasile Araber importiert worden, zumeist in der Annahme, es handele sich um authentische Asile, da von der WAHO anerkannt als Pure-bred, und das Wort Pure-bred wird ins Arabische mit "asil" übersetzt. Hinzu kommt, daß die Urkunden mit den Abstammungsnachweisen eine Vielzahl von Generationen auflisten und damit Vertrauen erwecken. Jedem Kenner der Abstammungen ist aber sofort ersichtlich, wo sich im Hintergrund die nichtarabischen Ahnen finden.
  • Unverantwortliche Tatsache ist aber auch: Nichtasile Hengste decken gelegentlich sogar auf der arabischen Halbinsel die authentischen asilen Stuten und vernichten somit den wertvollen asilen Bestand.  

Was hat zu dieser bedenklichen Situation geführt

Weltweit war in den nationalen Stutbüchern für Vollblutaraber bis in die 70er Jahre die Definition verankert: Ein Vollblutaraber muß in allen Vorfahrengenerationen auf die Beduinenzucht der arabischen Halbinsel zurückgehen. Wenn sich eine fremdblütige Abstammung im Pedigree erwies, wurde das betreffende Pferd samt seiner Nachzucht aus dem Stutbuch entfernt.

Als mit der wissenschaftlichen Pedigree-Analyse von U. Guttmann - F. B. Klynstra, The Lineage of the Polish Arabian Horses (Marbach 1968) bewiesen wurde, daß die in alle Welt exportierten einflußreichen polnischen Araber sich als Pferde mit einer zum Teil beachtlichen Anzahl nichtarabischer Vorfahren entpuppten, wurde, oft mit großer Verzögerung, bei den einzelnen Stutbüchern die Definition geändert. Ein Vollblutaraber war infolgedessen: "ein Pferd, das in einem Stutbuch für arabisches Vollblut geführt wird, welches von der WAHO anerkannt ist."

(Nur ein Beispiel: Der wohl einflußreichste polnische Araber Skowronek war nach den Analysen von Guttmann - Klynstra belastet mit 13 polnischen Landstuten, 5 Englischen Vollblütern und 1 Turkmenen).*

Selbst die WAHO mußte schließlich ihre Definition bezüglich der Blutreinheit ändern und hat eingeräumt, daß nur 2 Prozent der international als Vollblutaraber eingetragenen Pferde ausschließlich auf die Beduinenzucht zurückgehen. (s. WAHO-Publication, 21. January 1998: "Is Purity the Issue?") 

Gefahr erkannt ...

Bei den Diskussionen innerhalb der nationalen Verbände waren nach der Konfrontation mit den erwiesenen Tatsachen die Asilzüchter in einer hoffnungslosen Minderzahl. Sie konnten trotz ihrer zwingenden Argumente die Mehrheit nicht auf deren eigene frühere Zuchtprinzipen festlegen. Eine Kennzeichnung der asilen Araber in den Stutbüchern wäre angezeigt gewesen. Dann wären die Bemühungen des Asil Clubs nicht erforderlich.

Gründung des Asil Clubs

In dieser Situation haben sich einige wenige beherzte Züchter 1974 in Europa der brennenden Aufgabe gewidmet: die geringen Bestände an asilen Pferden zu bewahren und durch Gründung des Asil Clubs mit angemessenen Aktivitäten weltweit für den Asil Araber zu wirken. Als absolute Priorität gilt: Eine asile Stute darf nur von einem asilen Hengst gedeckt werden.

Wesentliche Überzeugungsarbeit konnte geleistet werden

  • mit den Dokumentationen ASIL ARABER, Arabiens edle Pferde, Bände I-V, und
  • mit den ASIL CUPs INTERNATIONAL, den Schau- und Leistungsveranstaltungen des Asil Clubs in den Jahren 1985, 1986, 1988, 1990, 1993 und 1997 sowie mit dem H. H. SHEIKH ZAYED ASIL WORLD CUP in den Königlichen Gärten von Herrenhausen anläßlich der EXPO 2000 in Hannover.
  • mit der Schrift des Direktors des Instituts für Haustiergenetik, München, Professor Dr. Dr. F. Bakels, Der Asil Araber im Lichte neuer genetischer Erkenntnisse, Hildesheim 1980. Hier wird in überzeugender Weise aus der Sicht des Tierzuchtwissenschaftlers die Bedeutung der Asilzucht bewiesen und die Verpflichtung herausgestellt, den unschätzbaren Genpool zu erhalten.

Auf diese Weise wurden viele Züchter und Freunde als Bekenner der konsequenten Asilzucht gewonnen. Die Bedeckungen von asilen Stuten durch nichtasile Hengste wurde weltweit gemindert. Heute zählt der Asil Club Mitglieder aus 39 Nationen, darunter fast alle bedeutenden Royal Stables, Equestrian Clubs, Staats- und Privatgestüte der arabischen Länder, Europas und Amerikas.

Zu seinen Verbündeten und Bekennern der Asilzucht zählt der Asil Club die Vereinigungen in den USA mit Al Khamsa Inc. und The Pyramid Society sowie herausragende Persönlichkeiten als Züchter- wie als Fördernde Mitglieder (s. ASIL ARABER, Band V).

Gefahr noch immer nicht gebannt!

Es ist niederschmetternd: Trotz der ständigen Bemühungen, insbesondere von Seiten des Vorstandes des Asil Clubs, wurden in den letzten Jahren immer wieder nichtasile Araber in das Ursprungsland, die arabische Halbinsel importiert.

Ständig hat sich der Asil Club dafür eingesetzt, daß die wertvollen Bestände an heimischen Asilen im Originalzuchtgebiet bewahrt werden, auch unabhängig von asilen Importen, und ebenso, daß typvolle asile Pferde bester Blutlinien, aus welchen Ländern auch immer, den Weg ins Ursprungsland finden. Diese sollten dann ebenso wie die vorhandenen wüstengezogenen eine neue Basis bilden für die Verbesserung aller internationalen Araberzuchten. Schließlich verkörpert der wüstengezogene Originalaraber, noch dazu wenn er über den gesuchten Typ verfügt, über die denkbar beste Vererberqualität.

Warum konsequente Asilzucht? Sollte es nicht genügen, schöne oder schnelle Araberpferde zu halten, unabhängig von irgendwelchen Pedigree-Problemen? Oder gibt es zusätzliche Gründe, eine Tradition fortzusetzen, die von den Beduinen über Hunderte von Generationen eisern befolgt wurde?

Der Asil Club stellt heraus:

  • Erbkraft. Der Asil Araber hat die höchste Durchschlagskraft in der Vererbung, wie in der gesamten Tierzucht erwiesen: Das reingezüchtete Tier vererbt seine Qualitäten mit weitaus größerer Sicherheit.
  • Inzuchtresistenz. Eine konsequente Reinzucht über viele Generationen gewährleistet eine erhöhte Inzuchtresistenz. (Noch in 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden in dem biologischen Institut, in dem Dr. Klynstra gearbeitet hatte, weiße Mäuse gezüchtet. In den ersten 10 bis 15 Generationen gab es immer wieder Inzuchtschäden, die konsequent ausgemerzt wurden. Klynstra berichtete damals: "Wir sind jetzt in der 80. Generation. Seit 65 Generationen gibt es keine Inzuchtschäden mehr. Wenn aber eine fremde Maus wieder dazwischen kommt, geht das Ganze von vorne los."*)
  • Leistungsvermögen. Der Asil Araber hat den denkbar besten Charakter dank der Jahrtausende währenden Einbeziehung in das Leben der arabischen Beduinen. Diese charakterlichen Qualitäten sind verantwortlich für Rittigkeit und Leistungsbereitschaft, und diese wiederum sind Voraussetzung für entsprechende Leistung, die unter den unsäglich harten Bedingungen des Wüstenlebens stets gefordert war. Der Asil Club fand das dank der Auswertung von 15 Jahrgängen der in Deutschland durchgeführten Hengstleistungsprüfungen mit über 221 Vollblutarabern, von denen nur ein Drittel asil war. Dieses eine Drittel stellte aber zwei Drittel der Sieger und Trainingsbesten. Das war ein signifikantes Ergebnis und bestätigte voll die Einschätzung durch die Experten. Die Beduinen wußten also von dem unschätzbaren Wert ihrer Asilzucht nur allzu gut dank der von den Vorfahren überlieferten Verpflichtung und der persönlichen Erfahrung (vgl. Kapitel Hengstleistungsprüfungen, Asil Araber V, S. 773 ff.).

Schlußfolgerung

Der Asil Club fordert:

Asile Stuten dürfen nur von asilen Hengsten gedeckt werden.

Der Asil Club empfiehlt:

In den Stutbüchern für WAHO-anerkannte Araberpferde die Asilen zu kennzeichnen, dann wäre die Bewahrung der asilen Bestände in angemessener Weise gewährleistet.

Vor dem Erwerb von Araberpferden sich sachkundig zu machen, z. B. bei der Geschäftsstelle des Asil Clubs.

Diese Schrift soll dazu beitragen, daß künftig jeder weiß, was er erwirbt. Schließlich haben auch Asilzüchter gelegentlich nichtasile Vollblutaraber erworben, wohl wissend um die Qualitäten anderer arabischer Blutlinien, aber unter strikter Beachtung der Asilzucht ihrer asilen Bestände.

Diese Schrift soll anregen, unsere Dokumentationen und den Wert des Asil Arabers kennen und schätzen zu lernen.

Asil Araber - Arabiens edle Pferde, Band V, auf 1000 Seiten mit über 500 Ab-bildungen umfaßt alle wesentlichen Argumente aus der Literatur der vergangenen Jahrhunderte und insbesondere der letzten Jahre. Es enthält Kapitel zur Leistung mit den Ausdauer- und Kurzstreckenrennen, zu den Reiterspielen, dem Leben der Beduinen, Kapitel über die Bedeutung des Originalarabers im Ursprungsgebiet, über die genetischen Erkenntnisse in der Reinzucht, über die Expertenaussagen zum Kamel, zum Saluki und zur Falkenjagd. Es beinhaltet auch das Stutbuch mit 300 Fotos herausragender Asil Araber, die Kontroverse mit den WAHO-Argumentationen etc.

Der Asil Club appelliert an seine arabischen Freunde:

Als Nachfahren der Beduinen, den Rittern der Wüste und den Vätern des authentischen Arabers, sollten Sie sich die höchste Genugtuung bereiten und Ihre Asilen nach entsprechender Zuchtauslese und Aufzucht innerhalb der Distanzritte und der Kurzstreckenrennen im Vergleich mit anderen nach vorn bringen. Um das zu erreichen, gilt es, mit Intensität und im Wissen um die im Asil Araber schlummernden Qualitäten, also im Vertrauen auf das von den Vorfahren geschaffene Genpotential, die hohen Leistungsanlagen des Asil Arabers zur Geltung zu bringen.

Es ist erwiesen:

Der Asil Araber hat seine Talente in viele Zuchten versenkt. Es gibt keine Edel- und keine Warmblutzucht, die nicht im mehr oder weniger hohen Maße vom Asil Araber beeinflußt oder verbessert worden ist. Es sei daran erinnert: Der Asil Araber ist der Schöpfer der vielfältigen Araberzuchten, ob sie nun in Polen, Rußland, Spanien, England, Frankreich, Deutschland, Südafrika, USA oder wo auch immer gezogen wurden.

Der Asil Club appelliert an seine arabischen Freunde:

Züchtet asil, züchtet leistungsfähige typvolle Originalaraber! Im Ursprungsgebiet gezogene Pferde werden für die gesamte Araberzucht und immer wieder für die Pferdezucht der Welt zur Aufbesserung der Bestände benötigt. Es bedeutet höchste Ehre und ist auch eine wirtschaftlich lohnende Aufgabe, die Asilzucht im Ursprungsgebiet zu fördern. Die Hippologen der Welt werden es danken.

Der Asil Club appelliert an alle:

Züchtet asil, folgt der Tradition, beherzigt die Argumente, wie sie in der ASIL CLUB DOKUMENTATION herausgestellt wurden, werdet Mitglied im Asil Club und verbessert eines Tages wieder Eure Zuchten durch Einsatz leistungsfähiger, typvoller Asil Araber aus dem Originalzuchtgebiet.

 

Asil Club e. V.

Hildesheim, Deutschland  

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